Verstehen und verstanden werden
– damit Kommunikation gelingt!

Menschen reden gerne mit anderen Menschen. Sie wollen wissen, was es Neues gibt. Sie wollen Informationen verstehen und ihre Meinung sagen. Das ist Kommunikation.

Manche Menschen können nicht sprechen, lesen, hören oder sehen. Sie verstehen nicht alles, was andere Menschen sagen oder meinen. Das soll durch ‚Gelingende Kommunikation‘ besser werden. In Süd-West Niedersachsen haben sich einige Einrichtungen der Behindertenhilfe zusammengetan:
die Vielfalter.
Sie haben mit viel Geld von Aktion Mensch Fachleute für Gelingende Kommunikation eingestellt. Diese Fachleute kümmern sich darum, dass möglichst alle Menschen miteinander reden können und Informationen bekommen.

An diesem Fachtag berichten Experten, wie Kommunikation gut gelingen kann. Sie erzählen, was sie darüber wissen und wie wichtig das ist. Es gibt viele Beispiele, durch die man etwas Neues lernen kann. Wir laden Sie herzlich ein dabei zu sein. Wir freuen uns auf Sie!

Programm

Moderation:

Ludger Abeln

Vormittags:

Begrüßung und Grußworte (Vielfalter GF, Aktion Mensch)

Das Projekt ‚Gelingende Kommunikation‘ (Hildegard Südkamp)

Einfache Sprache in der Praxis - Zielgruppen, Regeln, Beispiele (Dr. Mansour Neubauer)

Nachmittags:

Workshop I + II (Beschreibungen siehe unten) und Abschlussrunde

Ort:

Ludwig-Windthorst-Haus Lingen
Gerhard-Kues-Str. 16
49808 Lingen


Mit wenigen Menschen in Lingen, wenn die Corona-Regeln es erlauben.



Online = am Computer

Für alle, die nicht nach Lingen kommen können oder wollen.

Da noch nicht absehbar ist, ob der Fachtag wegen Corona in Lingen vor Ort oder „nur“ Online stattfinden kann, werden hier noch keine genauen Uhrzeiten genannt. Die Festlegung erfolgt bis zum 01.08.2021 über die Homepage der Vielfalter. Wir bitten um Beachtung!


Barrierefreiheit:

Die Vorträge am Vormittag werden von Gebärdensprachdolmetschern übersetzt, nachmittags auf Anfrage.
Einige Beiträge werden in Einfacher Sprache gehalten. Wenn Sie weiteren Unterstützungsbedarf haben, informieren Sie uns bitte.
Wir bemühen uns um eine Lösung.

Kosten und Anmeldung

Die Online-Teilnahme ist kostenlos.
Die Teilnahme in Lingen vor Ort kostet 50,-.

Bitte überweisen Sie den Betrag bis zum 31.08.2021 auf das Konto der Vielfalter GmbH:



Darlehenskasse im Bistum Münster EG
IBAN DE26 400602650020 1603 00
BIC GENODEM1DKM


Kurzbeschreibungen der Beiträge

Das Projekt Gelingende Kommunikation

Hildegard Südkamp  (GK-Projektkoordinatorin, HpH Bersenbrück)

Menschen mit Verständigungsproblemen brauchen Unterstützung.
Dann gelingt ihre Teilhabe in der Gesellschaft besser.
Kommunikationshilfen sind dafür wichtig – und eine Umgebung, die mitmacht.
Die Vielfalter haben viele Ideen zur Gelingenden Kommunikation entwickelt.

Hören und sehen Sie selbst!


Einfache Sprache in der Praxis - Zielgruppen, Regeln, Beispiele

Dr. Mansour Neubauer  (Referent für Einfache Sprache)

Einfache Sprache ist ein relativ neues Konzept der sprachsensiblen Kommunikation.
Ziel der Einfachen Sprache ist es, aus dem komplexen Fachdeutsch gut verständliches Deutsch zu machen.
Im Mittelpunkt stehen dabei stets die Empfänger einer Information, das heißt die fachlichen und sprachlichen Kompetenzen der jeweiligen Zielgruppe.

Dr. Neubauer erklärt anhand vieler konkreter Beispiele aus dem berufli-chen Alltag das Konzept, die Zielgruppen und die „Regeln“ der Einfachen Sprache.


Mittendrin statt nur dabei!

Elektronische Kommunikationshilfen machen es möglich
Katrin Hinternesch   (Lebenshilfe Nordhorn)
Ruth Tuschinski   (St. Lukas-Heim Papenburg)

Manche Menschen haben keine oder nur eine geringe Lautsprache.
Ihnen helfen Elektronische Kommunikationshilfsmittel.
Damit können sie sich besser verständigen und mehr selbst bestimmen.
Wir erklären: Was ist wichtig für den Einsatz von Kommunikationshilfsmitteln?
Welche verschiedenen Möglichkeiten gibt es?


Sie sehen nicht (gut)? Dann schauen wir mal!

Kommunikation mit sehbeeinträchtigten oder blinden Menschen
Simone Marsmann   (Vitus Meppen)
Helge Sonnenberg    (Christophorus-Werk Lingen)

Für Menschen, die nicht gut sehen können, gibt es viele Hilfsmittel.
Und wie spricht man blinde Menschen an?
Wir informieren über den Standard ‚Sehen‘ der Gelingenden Kommunikation.
Dazu gibt es Hilfen, Tipps und praktische Übungen.


Rückenwind und Stolpersteine in der UK-Beratung

Christina Runnebaum   (HpH Bersenbrück)
Beate Schrader  (HHO Osnabrück)

Unterstützte Kommunikation (UK) kann mit ganz verschiedenen Hilfen funktionieren. Mit einer UK-Beratung kann man die richtige Unterstützung für sich finden.
Wie geht das? Wo sind die Grenzen?
Wir berichten von Erfahrungen aus unseren UK-Beratungsstellen.


Gebärden kreativ: Ideen mit der SIGNbox

Hendrik Dangschat   (HHO Osnabrück)

Mit Spaß und Motivation lernt man am besten Gebärden.
Gebärden können gut bei Spielen und Bilderbüchern eingesetzt werden.
Wir zeigen den Umgang mit Lautsprachunterstützenden Gebärden (LUG) und den Karten der SIGNbox.


Die Gebärdensprache und ihre Mimik

Kathi Ender  (HHO Osnabrück)

Nur durch die Gebärde kann man den Ausdruck von Gefühlen nicht erkennen.
War es spannend, abweisend oder lieb gemeint?
Wir geben einen Einblick in die deutsche Gebärdensprache.
Wir zeigen auch, wie man dabei Mimik einsetzen kann. Das wird lustig!


Bilder helfen im Alltag

Rike Mastall  (Caritasverein Altenoythe)
Kerstin Müller   (Andreaswerk Vechta)

Dieser Workshop ist besonders für Menschen mit Beeinträchtigungen.
Wir stellen Kommunikations-Hilfen für den Alltag vor.
Zum Beispiel:

  • Vielfalter-Kalender mit METACOM-Symbolen
  • UKAPO: Kommunikations-Mappe für die Apotheke
  • BemS (Bestellen mit Symbolen in der Bäckerei)


Kartenset Inklusion

Mats Barlage, Dagmar Peters-Lohmann  (Vitus Meppen)

Wir stellen das „Kartenset Inklusion“ vor.
Es wurde zusammen mit dem Bistum Osnabrück erstellt.
Kirchengemeinden und andere Gruppen können es nutzen.
Die Karten geben Anregungen zur Verwirklichung von Inklusion.


Der Blick auf die letzte Lebensphase

Gesundheitliche Versorgungsplanung (GVP) nach § 132 SGB V
Martina Mensen  (Vitus Meppen)
Silke Steinwender  (HpH Bersenbrück)

Beratung zur „letzten Lebensphase“ ist ein neues Angebot der Krankenkassen.
Dabei geht es um die Auseinandersetzung mit dem eigenen Leben und Sterben.
Persönliche Wünsche zur medizinischen und pflegerischen Versorgung werden erarbeitet.
Die Vielfalter Einrichtungen machen diese Beratung mit Gelingender Kommunikation leichter verständlich.

Wir berichten von unseren Erfahrungen.


Einfache Sprache statt „Amtsdeutsch“?

Möglichkeiten und Grenzen der sprachsensiblen Kommunikation
Dr. Mansour Neubauer  (Referent für Einfache Sprache)

Nicht selten drückt die Verwaltungssprache komplexe Fachinhalte mit komplexer Fachsprache aus.
Doch im Zuge der Entbürokratisierung fordern immer mehr Experten, sich verstärkt mit adressatengerechter Kommunikation auseinanderzusetzen.
Im Bemühen, Fachinhalte betont verständlich und gleichzeitig ästhetisch ansprechend zu vermitteln, setzen tatsächlich immer mehr Behörden und Ämter auf die Einfache Sprache.

Dr. Neubauer zeigt die Möglichkeiten und Grenzen dieses modernen Kommunikationskonzeptes.


Was hat Leichte Sprache mit Wirtschaft und Journalismus zu tun?

Holger Fröhlich  (Journalist und Redakteur „brand eins“)

Seit fünf Jahren übersetzt Holger Fröhlich im Wirtschaftsmagazin „brand eins“ politische Reden, Gesetzestexte, Pressemitteilungen und anderweitig schwere Kost in Leichte Sprache.
Warum? Weil verständliches Schreiben alle angeht.

Vortrag und Diskussion


NDR für alle

Martin Dittler  (Redakteur für Barrierefreie Angebote im NDR)

Manche Menschen können nicht hören. Oder nicht gut lesen.
Deshalb brauchen diese Menschen manchmal Hilfe.
Und deshalb gibt es für diese Menschen besondere Angebote.
Zum Beispiel im Fernsehen. Oder im Internet.
Diese Angebote heißen barriere·freie Angebote.

Hier erfahren Sie:
Diese barriere·freien Angebote macht der NDR.


Selbstbestimmung in der Berufswahl

Niklas Tibbe  (Universität Oldenburg)
Annemarie Brüggemann  (Universität Oldenburg)

Im Forschungsprojekt TiT (Teilhabe im Transitionsprozess) der Universität Oldenburg erstellt ein Projektteam ein Konzept zur Berufsorientierung für Schüler:innen im Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung.
Mithilfe der Oldenburger Box of Tools (OLBOT) sollen insbesondere für UK nutzende Schüler:innen die Partizipationschancen in der Berufswahl erhöht werden.


Tätigkeiten selbstständig erfassen und selbst beurteilen

Andrea Battke  (Universität Oldenburg)
Monique Lammers  (Gemeinnützige Werkstätten Oldenburg e.V.)

Das Projekt STABIL (Selbstbestimmung und Teilhabe für Alle in Berufswahl und Berufsbildung) beschäftigt sich mit digitalen Hilfsmitteln für Menschen mit Lernschwierigkeiten und eingeschränkter Lautsprache. Damit sollen sie sich in der Berufsorientierung selbst einschätzen und Wünsche äußern können.

Projekt-Konsortium:

  • Institut für Sonder- und Rehabilitationspädagogik (Universität OL)
  • Institut für Ökonomische Bildung gGmbH, Gemeinn. Werkstätten OL e.V.
  • VRG GmbH, embeteco GmbH & Co. KG

Symbole zu den Beiträgen bis Nr. 9: © 2019 Annette Kitzinger; Nr. 4: Gemeine Minuskel